Nach vierzehn Jahren voller Verzögerungen, Umbenennungen und finanzieller Turbulenzen bereitet sich das Freizeitparkprojekt im Süden Rotterdams endlich darauf vor, seine Tore zu öffnen.
Das Ziel, jetzt bekannt als Spelen bij Beelen, wird am 21. Juli seine ersten Besucher empfangen. Die Eröffnung markiert das erste Mal, dass die Öffentlichkeit Zugang zu einem Gelände erhält, das zu einem der berüchtigtsten unvollendeten Projekte in der niederländischen Attraktionsbranche geworden ist.
Die Geschichte begann im Jahr 2012, als der Unternehmer Hennie van der Most Pläne für einen großen Vergnügungspark auf einem ehemaligen Industriegelände entlang der Doklaan in Rotterdam-Zuid vorstellte. Es folgte ein scheinbar endloser Kreislauf von Bauarbeiten, verschobenen Eröffnungsterminen und wechselnden Ambitionen. Im Laufe der Jahre operierte das Projekt unter mehreren verschiedenen Namen, darunter Speelstad Rotterdam, Attractiepark Rotterdam und Rivoli Rotterdam, schaffte es jedoch nie, zahlende Gäste zu empfangen.
Finanzielle Schwierigkeiten brachten letztendlich die ursprüngliche Vision zum Stillstand. Anfang dieses Jahres wurde das Gelände bei einer öffentlichen Auktion verkauft, nachdem steigende Schulden die Gläubiger zum Handeln zwangen. Der Geschäftsmann Wim Beelen erwarb das Grundstück und begann sofort, das Projekt umzugestalten.
Anstatt zu versuchen, das ursprüngliche Vergnügungsparkkonzept zu vollenden, entschied sich der neue Eigentümer für einen realistischeren und familienorientierten Ansatz. Mehrere ungenutzte Fahrgeschäfte wurden entfernt, darunter eine Achterbahn, die nie einen einzigen Passagier beförderte. Andere große Attraktionen verschwanden, als das Gelände in einen Spielpark umgewandelt wurde, der sich hauptsächlich an Kinder richtet.
Nicht alles ging verloren. Das bekannteste Wahrzeichen des Parks, ein 45 Meter hohes Riesenrad, das vor Jahren von Walibi Belgien erworben wurde, bleibt Teil der Entwicklung. Nach Renovierung und Zertifizierung wird es unter dem neuen Namen Beelen Eye wiedereröffnet.
Die für den 21. Juli geplante Eröffnung stellt nur die erste Phase der Neuentwicklung dar. In der ersten Woche erhalten lokale Kinder aus den umliegenden Vierteln Vorrang, bevor der Park für die breite Öffentlichkeit geöffnet wird. Zukünftige Pläne beinhalten zusätzliche Attraktionen und eine große Indoor-Spielanlage.
Während die Eröffnung endlich Leben in ein Projekt bringt, das viele abgeschrieben hatten, bleiben Fragen zu seiner langfristigen Zukunft. Der aktuelle Mietvertrag des Geländes läuft bis Ende 2030, was bedeutet, dass die Betreiber des Parks letztendlich eine Verlängerung sichern müssen, wenn sie an diesem Standort bleiben möchten.
Für den Moment liegt der Fokus jedoch auf einem Meilenstein, der einst zunehmend unwahrscheinlich schien. Vierzehn Jahre nach Beginn der Bauarbeiten wird das lang verzögerte Freizeitparkprojekt in Rotterdam endlich zu einer funktionierenden Besucherattraktion.
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